Die Kampagne zur Ausstellung »Sehnsucht Heimat« (1998) wollte einen gänzlich unsentimentalen Zugang zum Thema vermitteln. Ein Satz aus dem Austellungskonzept war ausschlaggebend für das zentrale Motiv: »Heimat ist Aufforderung, sich zu bewegen.«

Wochen vor Ausstellungsbeginn wurden an strategischen Punkten (wie dem Hafelekar, 2334 m) sowie an rund 70 Bushaltestellen im Großraum Innsbruck Hinweisschilder aus Aluminium angebracht.

Mehr als 30 schneeweiße LKW-Transporter gondelten quer durch Tirol, Salzburg und Vorarlberg und zeigten, wie man sich in Richtung »Heimat« bewegt. Kurzum: Im öffentlichen Raum erschien ununterbrochen ein weißer Pfeil auf blauem Grund mit dem dazugehörigen Schriftzug »Sehnsucht Heimat«. Der Pfeil deutete in alle Himmelsrichtungen (und nicht selten nach unten).

Das Sujet wurde in den Medien vielfach multipliziert. Selbst der Innsbrucker Altbischof Reinhold Stecher ließ sich zu einer Stellungnahme hinreißen: Bei diesem Pfeil, so der Hirte anlässlich seiner Predigt beim sommerlichen Mühlauer Schützenfest, handle es sich um eine »Irreführung«, weil: »Wer Heimat hat, hat auch einen festen Ort.«

Als Hauptdarsteller für Fernsehtrailer und Kinospots wurde ein Instrument gewählt, das gewöhnlich heimatlicher Folklore zugerechnet wird: eine diatonische Ziehharmonika.

Der Kärntner Harmonikafabrikant Peter Müller fertigte ein eigenes Sehnsucht-Heimat-Exemplar an: Aus einem bestimmten Blickwinkel sah man auf den Rippen des Blasebalgs Edelweiß- und Enzianblüten, aus einem anderen den weißen Pfeil auf blauem Hintergrund. Die Verwandlung des Alpenblumenmotivs in das Pfeilsujet erfolgte vor laufender Kamera. Zu hören: ein Dominantseptakkord, der sich nicht und nicht auflösen wollte.